Sicherheit bei ätherischen Ölen: Verdünnung, Photosensibilität und was das Etikett erlaubt

Das meiste, was online über die Sicherheit ätherischer Öle steht, ist für Märkte außerhalb Europas geschrieben. Das Fläschchen, das Sie in Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem Vereinigten Königreich oder Irland kaufen, ist nach europäischen Regeln gekennzeichnet — und bei manchen Ölen sagen beide Etiketten etwas anderes. Diese Seite sammelt das, was hier tatsächlich gilt.

Verdünnung: die eine Zahl, die man sich merken sollte

Ätherische Öle sind konzentrierte Pflanzenauszüge. Unverdünnt auf der Haut können sie reizen und mit der Zeit sensibilisieren — eine Reaktion, die bleibt, wenn sie einmal da ist. Vor dem Auftragen in einem Trägeröl verdünnen. Fraktioniertes Kokosöl, Jojoba, Mandelöl oder schlichtes Olivenöl eignen sich alle.

In Tropfen zu rechnen ist einfacher als in Prozent, weil Trägeröl meist in 10-ml- oder 30-ml-Flaschen kommt:

Stärke Tropfen auf 10 ml Trägeröl Typische Anwendung
0,5 % 1–2 Tropfen Gesicht; ab 65; empfindliche Haut
1 % 3 Tropfen Kinder ab sechs; tägliche Körperpflege
2 % 6 Tropfen Erwachsene, Körper allgemein
3–5 % 9–15 Tropfen Kleine Fläche, kurzer Zeitraum

Mehr ist nicht besser. Oberhalb von etwa 5 % steigt das Risiko, der Nutzen nicht.

Nie unverdünnt auf die Haut, nie in Augen, Ohren oder auf Schleimhäute. Kommt Öl ins Auge: mit einem Trägeröl abwischen, nicht mit Wasser — Wasser verteilt es.

Photosensibilität: Zitrusöle und Sonne

Mehrere kaltgepresste Zitrusöle enthalten Furocumarine, die auf UV-Licht reagieren. Haut, auf die sie aufgetragen wurden und die danach in die Sonne oder ins Solarium kommt, kann verbrennen oder sich verfärben — teils erst Tage später, und die Flecken können Monate bleiben.

Betroffen sind vor allem die gepressten Zitrusschalen: Bergamotte an erster Stelle, dann Zitrone, Limette, Grapefruit, Bitterorange. Wasserdampfdestillierte Varianten derselben Früchte sind in der Regel nicht photosensibilisierend, gepresste Süßorange bei normaler Anwendung ebenfalls nicht. Weil der Unterschied zwischen zwei Fläschchen liegt und nicht zwischen zwei Früchten, entscheidet das Etikett: auf jeder Produktseite dieser Website steht, ob das jeweilige Öl in Europa als photosensibilisierend gekennzeichnet ist.

Üblich ist, behandelte Haut zwölf Stunden lang von direkter Sonne und Solarium fernzuhalten. Für das Diffundieren gilt das nicht.

Lebensmittelverwendung: das Etikett entscheidet

Das ist der Unterschied, der am häufigsten übersehen wird. Außerhalb Europas wird ein großer Teil des doTERRA-Sortiments mit Supplement-Kennzeichnung verkauft und in Speisen verwendet. In der EU und im Vereinigten Königreich darf ein Öl nur dann in Lebensmittel, wenn es als Aroma verkauft und gekennzeichnet ist — und nur in den Mengen, die dort stehen.

Zwei Beispiele: Bergamotte und Wild Orange tauchen in Rezepten aus anderen Märkten selbstverständlich auf, sind hier aber nicht gleich gekennzeichnet. Ein Rezept aus einem anderen Markt, das sie in einen Kuchen gibt, lässt sich nicht übertragen.

Die sichere Regel: Wenn auf dem Fläschchen in Ihrer Hand nicht steht, dass es für Lebensmittel ist, ist es nicht für Lebensmittel — egal, was ein Blog aus Utah schreibt. Jedes Öl im Verzeichnis führt seinen europäischen Status.

Kinder, Schwangerschaft und Tiere

Lagerung, Haltbarkeit und das Fläschchen selbst

Hitze, Licht und Luft bauen ätherische Öle ab. Verschlossen, stehend, dunkel lagern — nicht neben dem Herd und nicht am Badezimmerfenster. Zitrusöle oxidieren am schnellsten, etwa ein bis zwei Jahre nach dem Öffnen, und oxidiertes Zitrusöl reizt die Haut stärker als frisches. Das ist der praktische Grund, eine halbleere Flasche nicht fünf Jahre aufzuheben.

Die Chargennummer auf dem Etikett ist der Schlüssel zu den von doTERRA veröffentlichten Prüfergebnissen.

Was diese Seite nie behaupten wird

Dass ein ätherisches Öl eine Krankheit diagnostiziert, verhindert, behandelt oder heilt. Es tut das nicht, und es hier zu behaupten wäre unwahr — und in Europa nicht zulässig. Öle sind angenehme, nützliche Zutaten für Haushalt und Kosmetik. Was eine Ärztin braucht, braucht eine Ärztin.

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